Partnerschaft Klein-Winternheim - Muizon
Partnerschaft Klein-Winternheim - Muizon
Feierstunde zur 30-Jahr Feier in Muizon: Monsieur Germain Renard, Bürgermeister von Muizon, M.-L. Taube, Vorsitzende PA

30 Jahre grenzenlose Freundschaft

Bürgerfahrt nach Muizon zur Jubiläumsfeier der  Partnerschaft am 17. und 18. September 2011

Wie schnell sind doch die Jahre vergangen – viele von uns erinnern sich noch sehr genau, wie wir – die Bürger aus Klein-Winternheim – zum ersten Mal nach Muizon gefahren sind, mit dem Bus. Das war am 24.Oktober 1981.

Nach mehrstündiger Fahrt immer nur nach Westen, durch die hügelige Landschaft der Lorraine und vorbei an Reims, wo die mächtigen Türme der Kathedrale grüßen, kamen wir in Muizon an, hielten auf der Place du Commerce und da erwarteten uns die Bürger aus Muizon. Sie waren wahrscheinlich ebenso gespannt und neugierig wie wir, wer die Menschen sind, die Deutschen, die Franzosen, die nun aufeinandertreffen, ob man sich gegenseitig verstehen lernen wird, sprachlich, aber auch menschlich…

Dreißig Jahre später sind diese Fragen längst beantwortet, wir kennen uns gut, viele Familien, die damals eher der Zufall zusammengewürfelt hat, sind eng befreundet, besuchen sich auch außerhalb der Partnerbegegnungen, nehmen Anteil an den gegenseitigen Geschicken, an den freudigen und auch den traurigen.

Natürlich  wissen wir Klein-Winternheimer, die wir 2011 im Bus nach Muizon sitzen, wie es sein wird im Partnerdorf, zum Beispiel  beim Empfang   doch halt!  dieses Mal ziehen Gendarmen in blauer Uniform eine Barriere über die Straße , die zur Place du Commerce führt, kaum dass sie unseres Busses ansichtig werden. Auf der Barriere befindet sich das runde Schild mit „Zoll/Douane“ im roten Kreis, das wir eigentlich schon vergessen haben, zumindest in Europa. Dann, als der Bus steht, steigen zwei Zöllner in den Bus und fragen, ob wir denn etwas zum Verzollen hätten, auf Deutsch! Ungläubiges Staunen auf unserer Seite, ist das ein Witz? Ja, natürlich, das ist die erste Überraschung, die unsere Muizoner Freunde für uns vorbereitet haben, sie wollten daran erinnern, dass es vor dreißig Jahren zwischen Deutschland und Frankreich noch eine Grenze gab und dass zumindest in diesem Punkt die Welt heute, nach dreißig Jahren, ein kleines bisschen besser geworden ist.

Bei einem Jubiläum wie diesem ist ein wenig  Nostalgie erlaubt, aber wir erlebten eine unbeschwerte und immer fröhliche Rückschau.

Auch die nächste Überraschung stand unter diesem Zeichen: Die Muizoner hatten keine Mühen gescheut und mindestens zwanzig oder mehr Oldtimer aufgetrieben, allesamt  Autos aus den Jahren zwischen 1960 und 1980, mit denen sie zu Beginn des Programms am Samstag Nachmittag ihre Klein-Winternheimer Gäste in einem Autokorso durch ihr Dorf kutschierten,  vorbei an staunenden, winkenden, aber immer lachenden Menschen. Wohl ging auch mal einem Oldie die Power aus, aber das erhöhte nur das authentische Feeling, zumal die Panne immer behoben und die Fahrt weitergehen konnte.

Dem Autokorso folgte dann der feierliche Festakt auf dem bunt beflaggten Square de Klein-Winternheim, durch den Monsieur Alain Vecten, der Präsident des Muizoner comité de jumelage, führte. Dem Anlass angemessen, waren aus Klein-Winternheim die Ortsbürgermeisterin und gleichzeitig MdB-Mitglied, Frau  Ute Granold angereist, dazu die Beigeordnete Frau Lopez und auf Muizoner Seite sind zu nennen der Bürgermeister Monsieur Germain Renard, dazu seine beiden Vorgänger, Monsieur Michel Caquot und Monsieur Albert Vecten.  Außerdem gab noch Madame Catherine Vautrin dem Fest die Ehre mit ihrer Anwesenheit und einer Rede, sie ist Abgeordnete der Assemblée Nationale.

Die Bürgermeister beider Gemeinden erinnerten in ihren Festreden an den Beginn der Partnerschaft, an die Pioniere und Architekten dieses kleinen europäischen Hauses und dankten denen, die es bisher gepflegt und immer mit neuem Leben erfüllt hatten. Und sie hatten  sinnige Gastgeschenke mitgebracht:  Monsieur Renard überreichte  ein Kunstwerk aus Glas, das die Doppelseite eine Buches darstellt, auf der auf Deutsch und Französisch der Partnerschaftsvertrag von vor dreißig Jahren zu lesen ist, versehen mit den beiden Unterschriften der damaligen Bürgermeister M. Vecten und Herrn Franz Junkers , ein Werk der Muizoner Glaskünstlerin, Madame Virginie Millo.

Frau Granold revanchierte sich mit einem  Aquarell von unserer Heimatgemeinde, gemalt vom Klein-Winternheimer Künstler Horst Balinski.  Abgerundet wurde die Feierstunde mit dem „vin d’honneur“, der in Muizon natürlich ein sehr ehrenwerter Champagner ist. Aber es war sicher nicht nur die Wirkung des edlen Getränks, dass alle Menschen auf dem Square de „Klein“ um die gemauerte Fontäne herum so fröhlich waren, miteinander sprachen, lachten und sich zuprosteten, hier feierten Freunde zusammen und bewiesen, dass Festreden, in denen von Zusammenwachsen und guter Freundschaft die Rede ist, durchaus keine leeren Worte sind.

Nach kurzer Verschnaufpause wurde dann am Abend in der Schulturnhalle weitergefeiert, à la française, denn zunächst wurde den staunenden Gästen ein mehrgängiges Menü gereicht. Das Hauptgericht war ein traditionelles Gericht aus der Region, das am Ende der Weinlese in der Champagne gegessen wird.

Wissen Sie, was ein „trou champenois“ ist? Wir jetzt schon! Nicht etwa ein Loch, in dem der Champagner einfach so verschwindet, sondern es ist ein besonders eleganter Digestif, Marc de Champagne auf Champagnersorbet. Leckerer geht’s nimmer!

Als wir uns alle nach dem Dessert am Ende der kulinarischen Ereignisse glaubten, wurde in einem feierlichen Zug mit Kerzen und Pomp -  einige Comité-Mitglieder hatten sich wieder in die dekorativen Champagnerflaschen gezwängt, die wir schon von Fastnacht kennen -  die große Jubiläumstorte hereingetragen, die geschmückt war mit den Fahnen unserer beiden Länder und den Jahreszahlen 1981 und 2011. Da mussten die beiden Bürgermeister noch einmal ran und beweisen, dass sie allen Situationen gewachsen sind: zuerst wurden gemeinsam  mit starken Lungen die Kerzen ausgeblasen und dann mit Riesenmessern die Torte aufgeschnitten!

Mit Musik und Tanz ging der Abend spät zu Ende.

Am Sonntagmorgen kam dann die Stunde der Fußballer: im Bus mitgekommen waren nämlich 15 Spieler der U16-Mannschaft vom Sportverein 1965 Klein-Winternheim mit ihrem Trainer und Begleitern. Sie trafen in einem Freundschaftspiel auf ihre französischen Kollegen vom Fußballclub „Etoile Sportive Muizonnaise“. Dass die deutschen Spieler unterlagen, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, Frau Granold hatte dennoch für jeden Verein eine Trophäe und außerdem für die Franzosen die Einladung nach Klein-Winternheim zur Revanche im Gepäck.

Aber auch die Nostalgik-Fans kamen noch am Sonntag auf ihre Kosten bei einer Führung auf der ehemaligen Rennstrecke von Reims-Gueux, auf der sich bis zum Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts alle Großen des Autorennsports miteinander gemessen hatten, und die jetzt nach Jahren des Vergessens und des Verfalls wieder hergerichtet wird als wichtiges Zeitzeugnis, aber auch als Treffpunkt für Liebhaber alter Autos.

Doch dann, nach dem Mittagessen in den Familien, schlug schon wieder die Stunde des Abschieds.  Auf dem Programm las sich das so:

„15.45 h., place du commerce: L’heure des larmes, die Stunde der Tränen“.

Was da so witzig daherkommt, hat doch ein Riesenkorn Wahrheit in sich. Wie immer sah man  viele „ grosses bises“, Küsschen und Umarmungen bei Deutschen und Franzosen, aber auch feuchte Augen. Dann hieß es „Einsteigen“, ein letztes „Dankeschön“, ein letzes Winken und Adieu bis zum nächsten Jahr in Klein-Winternheim.

Was  hatte der Bürgermeister von Muizon am Ende seiner Rede sich und uns allen gewünscht?

„Longue vie au jumelage et à l’amitié entre nos deux villages“  -  Ein langes Leben für die Partnerschaft und die Freundschaft zwischen unseren beiden Dörfern!


Dafür sind die Aussichten eigentlich gut.


Marie-Luise Taube

 

 

 

 

 

 

 

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